1994 organisierte die Zivildienstseelsorge in den Diözesen Limburg, Mainz,
Speyer und Trier einen ersten Einsatz von Zivis in Flüchtlingslagern in Kroatien.
Angestoßen wurde das Projekt durch die Friedensarbeiter Alois Bauer (Bistum Mainz)
und Clemens Ronnefeldt (Internationaler Versöhnungsbund), die mehrfach mit Hilfstransporten
in der Region waren. Beide leiteten auch das Workcamp.
In den Lagern lebten schon damals mehrere hunderttausend Menschen als Flüchtlinge im eigenen
Land. Da der jugoslawische Staatenbund zerfallen ist, wurden die ethnische Zugehörigkeiten der
Menschen Auslöser für Vertreibungen in den neu gegründeten Staaten.
Da in der deutschen Medienlandschaft das Thema Jugoslawienkrieg nur wenig mit der konkreten
Situation der Flüchtlinge und den Vertriebenen auf dem Balkan zu tun hat, setzt die Aktion
"Gehversuche Friedensschritte - Zivis für Kinder..." einen ganz neuen und bedeutsamen
Schwerpunkt, auch durch die damit einhergehende Öffentlichkeitsarbeit.
Die Zivildienstleistenden aus Deutschland sollten nun in den Krisenregionen Jugoslawiens die
Konsequenzen ihrer Kriegsdienstverweigerung vor Augen geführt bekommen. Sie sollten begreifen, was
Krieg für dessen Opfer bedeutet. Ein wichtiges Ziel bestand auch darin, den Menschen vor Ort zu zeigen,
dass sie nicht vergessen sind. Es ist auch sehr wichtig, den Flüchtlingen ein kontinuierliches Interesse entgegenzubringen
um ihren Mut zum Leben zu stärken, das heißt der Lethargie entgegenzusteuern.
Den Kriegsdienstverweigerern aus Deutschland sind der Krieg in Ex-Jugoslawien und dessen
größte Verlierer, die Flüchtlinge, nicht egal. Die Kinder sind der am meisten gefährdete
Teil der Menschheit, darum richtet sich die Hauptaufmerksamkeit der Zivis immer auf die
jüngsten Bewohner der Flüchtlingslager.
Leider waren aus beruflichen und privaten Gründen die Teamer Bauer und Ronnefeldt im Jahr
2002 nicht mehr in der Lage, die Zivis nach Serbien zu begleiten. Ein Einsatz in 2002 musste ausfallen.
Um dies künftig zu vermeiden, wurde in Mainz eine Arbeitsgruppe gegründet, in der die
"Staffelhölzer" der "alten" Teamer in jüngere Hände übergeben wurden. Erst sollten vier
der ehemaligen Zivis als Co-Teamer mitarbeiten. Sie wurden aber dann doch ins kalte Wasser
geworfen, denn Alois Bauer und Clemens Ronnefeldt konnten auch 2003 die Einsätze zeitlich gar
nicht mehr leiten.
Den Nachwuchsteamern wurde die Entscheidung zu einer alleinigen Einsatzdurchführung freigestellt.
Alle entschieden sich dafür als Teamer mitzufahren. So konnte 2004 der Einsatz ohne weiteres stattfinden.
Auch in den Folgejahren fanden sich neue und alte Teamer, die bereit waren, das Projekt am Leben zu
erhalten und dieses zu teamen. So auch dieses Jahr!