Träger des Projekts "Zivis für Kinder in Serbien" sind die südwestdeutschen Diözesen
Limburg, Mainz und Trier. Über ihre Zivildienstseelsorge-Stellen organisieren sie religiöse,
pädagogische und politische Bildungsmaßnahmen, an denen Zivis im Rahmen eines
Sonderurlaubs teilnehmen können.
Als Anfang der 90er Jahre der Krieg auf dem Balkan ausbrach, engagierte sich die
internationale kath. Friedensbewegung pax christi vor allem mit der Vermittlung von
Freiwilligen für Hilfsarbeiten in Flüchtlingslagern, aber auch mit der Unterstützung der
Antikriegsbewegungen in Kroatien und Bosnien. Viele Hilfstransporte wurden von
Freiwilligen durchgeführt, um die Not der Flüchtlinge zu lindern, aber auch um jene
Menschen zu unterstützen, die sich dem Krieg widersetzen wollten. Die Organisationen
"Suncokret" und "Nexus" stehen beispielhaft dafür.
ist die internationale Friedensbewegung der katholischen Kirche mit
ökumenischer Ausrichtung. In der Tradition der Friedenslehre des Zweiten Vatikanischen
Konzils macht sie das Friedenszeugnis der Kirche deutlich und sucht das Gespräch mit
anderen religiösen Traditionen. Frauen und Männern, Jüngeren und Älteren bietet pax christi
viele Möglichkeiten, etwas in Kirche und Gesellschaft zu bewegen. Die Überzeugungen, die
Kreativität und das Engagement von Menschen sind die wichtigste Ressource von pax christi.
Entstanden in Frankreich am Ende des Zweiten Weltkrieges wirkt pax christi heute als
internationale Friedensbewegung in 53 Ländern auf allen Kontinenten. Bei den Vereinten
Nationen ist pax christi international als Nichtregierungsorganisation registriert.
Die Zivildienstseelsorger der erwähnten Diözesen verständigten sich darauf, Zivis die
Realität eines Krieges nahe zu bringen, in dem sie sich mit den Opfern von Krieg und Terror
konfrontieren. Das sind in erster Linie die Flüchtlinge, vor allem die Kinder und Frauen.
So wurde 1994 zum ersten Mal ein Einsatz mit Zivis in zwei Flüchtlingslagern in Kroatien
durchgeführt. Es folgten weitere Einsätze 1996 in drei Lagern in Kroatien, 1997 bis 1999 in
drei Lagern in Bosnien, schließlich 2001 und 2003 in zwei Lagern in Serbien.
Der Wechsel in den Einsätzen folgte der Not der Flüchtlinge. Nach 1995, als Kroatien die
serbisch besetzten oder bewohnten Gebiete (zurück)erobert hatte, entspannte sich die
humanitäre Lage in diesem Land. Nach dem Vertrag von Dayton im Hebst 1995 war es
humanitären Organisationen erstmals relativ gefahrlos möglich, in Bosnien-Herzegovina zu
arbeiten. Von daher entschlossen sich die Träger, die Zivi-Einsätze nach Bosnien zu
verlagern, wo die humanitäre Not sehr groß war. Immerhin etwa die Hälfte der gesamten
Bevölkerung musste während der Kriege fliehen, entweder ins Ausland oder lebte in
Notunterkünften im eigenen Land.
Ein Einsatz in Serbien war zu diesem Zeitpunkt aus politischen Gründen noch nicht möglich.
Das änderte sich erst 2001, so dass erstmals auch auf dieser Seite der am Konflikt
beteiligten Parteien menschliche Hilfe durch die Zivis machbar war.
Mittlerweile haben sich viele Zivis aus dem gesamten Bundesgebiet an einem der Einsätze
beteiligt. Vier der ehemaligen Zivis arbeiten nun als Teamer und leiten den diesjährigen
Aufenthalt in Serbien.